Nike Air Force 1 Pinstripe/Seersucker

Gutes muss nicht teuer sein.
Zu dieser Erkenntnis bin ich schon vor einiger Zeit gekommen. Und sie bestätigt sich immer wieder. Sicher, manche Dinge haben ihren Preis – und das gewiss zu Recht. Was Turnschuhe angeht, gibt es jedoch seit einigen Jahren einen Trend, den ich nicht ganz nachvollziehen kann.

In einer Zeit, in der das Sammeln von Sneakern bei der breiten Masse angekommen ist und Unternehmen wie StockX mit 1 Milliarde Dollar bewertet werden, hat dieses Hobby doch ein wenig an Charme verloren.
Versteht mich an dieser Stelle bitte nicht falsch: gegen die Tatsache, dass immer mehr Menschen darauf achten, was sie für Schuhe tragen, gibt es natürlich überhaupt nichts einzuwenden. In keinster Art und Weise.

Da es vielen (nicht allen) dieser neuen ‚Sneakerheads‘ jedoch nur ums ‚flexxen‘ oder ums schnelle Geld geht, wird es immer schwieriger an vermeintlich limitierte Schuhe zu kommen.
Die Zeiten, in denen man sich Samstagmorgens vorm Laden traf und 90% der Anwesenden die Schuhe auch wirklich haben und tragen wollten – und zwar, weil sie sie gut fanden und nicht weil es von irgendwem auf Instagram vorgelebt wurde, sind leider vorbei.
Das Weiterverkaufen von gehypten Schuhen hat sich mittlerweile zu einem riesengroßen Business entwickelt. Immer mehr Leute springen auf diesen Zug auf und Resell-Plattformen und -Shops sprießen förmlich aus dem Boden.

Auf dem Zweitmarkt dann das doppelte, dreifache oder gar noch mehr vom Retailpreis zu zahlen, sehe ich nicht (mehr) ein. Vor einigen Jahren habe ich tatsächlich probiert so viele Paare von ‚meiner Liste‘ zu streichen wie möglich.
Mittlerweile bin ich da deutlich entspannter – auch wenn es mit Sicherheit noch einige Schuhe gibt, die ich wirklich gerne in meinem Schrank und vor allem an meinen Füßen sehen würde.
Es gibt jedoch so viele schöne, nicht gehypte Schuhe, die nicht drei-, vier-, fünfhundert Euro kosten. Und das beste daran: man sieht sie nicht 1000x am Tag in seinem Instagram Feed. Zu dieser Art gehört auch meine letzte Errungenschaft.


Nach der umfassenden Einleitung also endlich zum Schuh: der Nike Air Force 1 Pinstripe/Seersucker wurde 2014 als Teil eines Trios released, ist jedoch lange nicht so bekannt wie sein enger Verwandter, der Air Max 1 Seersucker.

Um ehrlich zu sein habe ich den Schuh zwar vor Jahren immer mal wieder gesehen, hatte ihn aber für lange Zeit nicht mehr so richtig auf dem Schirm.
Erst als ich ihn vor ein paar Monaten erneut sah, war es recht schnell um mich geschehen.

Nach kurzer Recherche war mir klar: ein Paar in der richtigen Größe zu finden, könnte schwieriger werden als gedacht. Der AF1 Seersucker gehört nämlich zu den Schuhen, die weder gehypt noch besonders bekannt sind. Wer sich 2014 ein Paar gekauft hat, hat dieses mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit direkt getragen.

Trotzdem wollte ich mich nicht so einfach geschlagen geben.
Immer wieder schaute ich bei allen üblichen Plattformen – ohne Erfolg.

Erst vor zwei Wochen war es dann soweit.
Über die Artikelnummer stieß ich auf eine Anzeige bei eBay. Aus Deutschland. In meiner perfekten Größe. Ungetragen. Im Originalkarton. Für nicht mal 70€.
Ich denke, ihr könnt euch vorstellen wie unwahrscheinlich das ist.

Keine 48 Stunden später war der Schuh dann bei mir.

Weiches Leder, Seersucker Material, weiße Metallösen und eine leicht cremefarbene Sohle. Abgerundet wird das Ganze durch die roten Logos auf Zunge und Sohle und – everybody’s favourite – eine Gum Außensohle.

Bleibt nur eine Frage offen: Lace Lock oder kein Lace Lock?

Eins ist sicher: dieser Schuh wird mich definitiv nicht mehr verlassen.
Und ich würde ihn auch nicht für irgendeinen Off White oder Travis Scott Schuh hergeben wollen.

Also: tragt Schuhe, weil sie euch gefallen – nicht, weil sie gerade angesagt sind.


Cheers!

Bilder: henrik’s finest

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